Nicht nur Horst Mahler:
In ihrer morgigen Ausgabe bringt die National-Zeitung ein ganzseitiges Interview mit dem sonst doch linksextremen Ilan Pappé zum Thema "Ethnische Säuberung als Staatsziel".
Tja. Das politische Spektrum ist eigentlich ein Kreis, auf dem sich Links und Rechts nicht nur in ihrer mildesten, sondern auch in ihrer extremsten Form treffen.
Übrigens lehrt Pappé seit kürzerem an der britischen University of Exeter, was mit den immer bizarreren Formen des britischen Antisemitismus wohl im Einklang steht.
Und die unausbleibliche Frage sei hiermit vorweggenommen: Es gehört dazu, tunlichst auf dem Laufenden zu sein, wenn man sich mit deutscher Zeitgeschichte befasst.
Frohes Purim
Yoav
Donnerstag, 20. März 2008
Wo sich Links- und Rechtsextremismus treffen
Stichwörter: Extremismus, Israel, Zeitungsartikel
Dienstag, 1. Jänner 2008
Interessantes für den Feiertag
Hallo allerseits,
wenn ihr heute nichts Besonderes vorhabt, helfen euch folgende Artikel vielleicht weiter:
Eurozine bringt einen Artikel von Gerard Delanty zum Thema Vielfalt/Diversity und europäisches Selbstverständnis: "The simple appeal to Europe's diversity will not be enough since many of the problems which diversity is intended to solve are produced by the very national models that are regarded as the carriers of diversity. A step in the right direction would be an intercultural dialogue regarding the different European understandings of diversity and an exploration of ways to reconcile the divergent western, central, and eastern approaches to cultural diversity." Aus: Peripheries and borders in a post-western Europe
Das österreichische Indymedia erklärt das neue Grenzkonzept des Schengenlandes: "Die Entfernung zwischen „uns“ und den „Anderen“ findet also nicht mehr über eine Grenzlinie, kontrolliert von ZollwächterInnen, statt, deren Ort auf jedem Atlas ersichtlich ist. Die Entfernung zum Anderen, die Entfernung der Anderen ist nun großräumig und de facto überall." Aus: Erweiterte Grenzen überall
Wie sich die neue Vorstellung von scheinbar klaren Trennlinien technisch anwenden lässt, erklärt das bundesrepublikanische Indymedia: "Die Festung Europa unterhält ein umfassendes Netz moderner elektronischer Datenbanken zur Migrationskontrolle, Strafverfolgung sowie Prävention, das zu Recht als "panoptisches Gehirn" bezeichnet werden kann. [...] Doch ein Panopticon nach Foucault hat aufgrund allgegenwärtiger Überwachung auch eine soziale Konformität des Individuums als Resultat. Daher betrifft diese Entwicklung im Endeffekt alle Menschen, innerhalb oder außerhalb der EU." Aus: Das panoptische Gehirn der Festung Europa
Und wenn euch die angekündigten Maßnahmen ausreichend stören: Der Salzburger David Röthler weist auf eine Petition gegen den Überwachungsstaat hin. Allerdings scheint sie auf Österreich beschänkt zu sein.
In der neuen Literaturen-Ausgabe ("Schreiben jetzt. Wie Autoren auf dem Markt überleben") lässt sich eine interessante Diskussion über den jetzigen Stand der (deutschen) Literatur finden bzw. "[ü]ber den Roman als Allesfresser, Naturwissenschaft in der Literatur, Schreiben als Kunst des Fahrradfahrens, einen Lokführerstreik der Literaturkritik und kulturpessimistische Szenarien, die keine Drohung sein können." Aus: Die Stunde der kleinen Nager
Apropos Schreiben: Inmitten der jetzigen "Welle" in der Diskussion über Blogs etc. hat mir Stefan Niggemeiers Beitrag in der taz besonders gut gefallen (und nein, das ist kein Kompliment an mich selbst. Mit durchschnittlich 30 Besuchern pro Tag gehört man wohl noch nicht dazu): "Das große Versprechen der Demokratisierung des Publizierens ist nicht die Herrschaft der ahnungslosen Masse. Es ist die Chance, die Vorteile der professionalisierten Wissensproduktion mit der Intelligenz der Masse zu kombinieren." Aus: Die Arroganz der Papierverfechter
Denjenigen, die sich gerne was wünschen lassen, wünsche ich ein gut und leicht gelungenes 2008, allen anderen einen angenehmen Feiertag noch!
Stichwörter: Zeitungsartikel
Samstag, 8. Dezember 2007
Interessante Zeitungsartikel für die neue Woche
Gut Woch allerseits,
1. vor kurzem habe ich hier (unterm P.S.) den neuen jüdischen Kongress erwähnt. Gestern ist in einem Aritkel in The Washington Times auf diese Initiative hingewiesen worden: "In the New Jewish Congress and such kindred movements as Moshe Feiglin's the Jewish Leadership Movement, lie Israel's best hope." Zur weiteren Lektüre: Louis Rene Beres, "'Auschwitz' borders" (2 Seiten)
2. Der Standard hat vorgestern ein sehr interessantes Gespräch mit Leon de Winter über den letzten US-amerikanischen Iran-Bericht gebracht: "Das Problem mit diesem Bericht ist, dass sich hier die Schwäche der amerikanischen Geheimdienste offenbart. [...] Die Geheimdienst-Community ist paralysiert, weil sie nicht die geringste Ahnung hat, was los ist." Zur Lektüre hier klicken.
3. In der gestrigen taz lässt sich ein ebenso interessantes Interview mit Tariq Ramadan, dem "Theoretiker des Euroislam[s]", finden. Da kann ich (fast?) jedem seiner Worte zustimmen. Weiß jemand, wie er sich zu Israel verhält?
a frejleches Chanukka noch!
Stichwörter: Zeitungsartikel